DIY Aufnahmekabine

Naida

Ann-Kathrin Richter
Sprechprobe
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Ich plane meine eigene Aufnahmekabine zu bauen, damit ich endlich auch von zu Hause aufnehmen kann. Da ich weder handwerklich sonderlich versiert bin, noch groß Ahnung von Lärmschutz und Dämmung habe, würde ich mich sehr freuen, wenn jemand über meine Pläne drüberschauen könnte.

KabineBlenderAlt-1606422388.jpg


Das wäre eine grobe Idee, umgesetzt in Blender. Ich muss dazu sagen, dass sich seit der Version hier ein paar Sachen verändert haben. Zum einen fehlt hier noch sowohl die Decke als auch der Boden und zum anderen sind die Zwischenstreben im neuen Plan etwas anders angeordnet. Dennoch einfach mal hier das 3D-Modell zu Anschauung.


Hier die aktuelle Version meiner Kabinen-Idee mit dazugehörigen Maßen.


Die Querstreben sollen aus (wie im Baumarkt angegeben) Glattkantenbrettern Fichte bestehen. Bei den Wänden bin ich noch unsicher, ob ich Sperrholzplatten, Pressspanplatten oder... was auch immer nehmen soll? Macht das denn einen ausschlaggebenden Unterschied?

Eventuell wäre es auch eine Idee, die vier Ecken der Kabine aus Balken zu machen, um ihr etwas Stabilität zu verleihen, aber das ist auch wieder nur eine spontane Eingebung...

Die Dämmung hatte ich wie folgt geplant: 60mm Steinwolle (innerhalb der Wand nach außen zeigend) und 40mm Glaswolle (innerhalb der Wand nach innen zeigend). Wobei die Dicke der Wolle hier variabel ist. Kommt eben drauf an, was der Baumarkt zu bieten hat.

Ansonsten wollte ich die Kabine eventuell mit einer Antivibrationsmatte entkoppeln.


Generell ist es sehr wichtig, dass die Kabine starken Außenlärm abhält. Da ich in einem schlecht gedämmten Fachwerkhaus mit Kopfsteinpflaster vor der Tür (wo den ganzen Tag Autos, Motorräder und LKWs drüber fahren - Innenstadt eben) wohne, ist eine sehr gut gedämmt Kabine ein muss.
Budget liegt bei etwa 500,-.


Ich hoffe, es gibt ein paar schlaue Köpfe hier, die mir den ein oder anderen Tipp mit auf den Weg geben können.
Vielen Dank im Voraus! :)
 
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Delay

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Sprechprobe
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Warum nimmst du Glaswolle und Steinwolle und nimmst nicht nur eines? Du kannst auch entsprechend beim Baumarkt das richtige bestellen, ich würde also nicht einfach das nehmen was sie gerade da haben, sondern gezielt was bestellen und das verbauen.
Ich fürchte das du mit dem Ergebnis am Ende nicht so glücklich sein wirst. Ich kenne jetzt nicht die genaue Situation bei dir aber gerade Bass und Körperschall sind sehr schwer in den Griff zu kriegen. Bekämpfung von Bass lässt sich nur mit einer ordentlichen Masse abhalten.
Falls du das Video noch nicht kennst, ganz interessant für dich:
Ich glaube er erwähnt dort auch das es nicht 100% alles abhält, wenn sein Hund bellt muss er kurz Pause machen und seine Kabine steht glaube ich auch im Keller, also zusätzlich eine gute Location. Bei Minute 24 erwähnt er es kurz.
Wobei Bass hier kein K.O. Kriterium sein muss, wird normalerweise eh via High-Pass bzw. Low-Cut entsprechend gefiltert und bei deiner Stimme kann man den locker bei 75Hz oder 100Hz ansetzen, damit sollten Fahrzeuggeräusche auch nicht das Problem sein. Genau sagen wie es am Ende wird lässt es sich leider erst wenn die Kabine steht.
 

Delay

Well-known member
Sprechprobe
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Hast du auch eine Tür eingeplant? Habe bei vielen solchen Projekten gesehen das dort eine doppeltverglaste bzw. Schallschutzbalkontür gerne genommen wird. Muss man nur aufpassen das der Türgriff auch auf beiden Seiten montiert ist, ist bei Balkontüren normalerweise nur einseitig der Fall (Wohnungsseite) und von draußen ist da meist nur was zum aufdrücken. Bei Booth Junkie ist seine Tür letztlich nur eine Pressspannplatte, da kommt dann natürlich das meiste durch aber er ist glücklich und zufrieden, was er am Ende ja sagt. Taktisch gut platziert und möglichst weit weg von der Schallquelle kann man aber auch sehr gut mit einem offenen Durchgang arbeiten. Eine Schallschutzbalkontür würde aber definitiv das Budget sprengen was du angesetzt hast. Die kostet grob geschätzt schon die Hälfte davon.
 

Naida

Ann-Kathrin Richter
Sprechprobe
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Danke erst mal, dass du dir die Zeit genommen hast! :)
Wegen den zwei verschiedenen Wolle-Sorten: meine Idee war, unterschiedliche Strukturen zu verwenden. Steinwolle ist etwas fester und wirkt zumindest dichter von der Struktur her. Glaswolle erschien mir im Baumarkt weicher und luftiger. Keine Ahnung, ob das Sinn macht, um ehrlich zu sein, aber es klang für mich nicht unlogisch verschiedene Strukturen zu benutzen, da jedes Material andere Frequenzen absorbiert. Aber wahrscheinlich ist das total falsch und eher Wunschdenken :sweatsmile:

BoothJunkie kenne ich und ich glaube, dieses Video auch irgendwann mal gesehen zu haben. Aber ich müsste mir das noch mal in Ruhe anschauen. Danke auf jeden Fall für den Link!

Eine Tür ist eingeplant. Sie soll aus dem gleichen Material wie die Wände bestehen und von außen eventuell verkleidete Dämmwolle haben, die über die Ritzen geht. Außerdem war die Überlegung da, den Türrahmen mit Gummi oder ähnlichem zu versehen, damit die Ritzen abgedichtet sind.

Ich hoffe, mein Vorhaben an sich ist realistisch, wenn auch der Plan sehr ausbaufähig ist. Ich habe leider nicht sehr viel Platz und auch nicht das Budget, um etwas großes und sehr massives zu bauen. Wenn es sich als nicht realisierbarer Traum herausstellen sollte, wäre das natürlich... keine Ahnung, ob ich dann noch groß weitermachen würde, um ehrlich zu sein :sleepy:
 
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Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
Hallo Naida!

Wow! Was für ein großartiges Projekt.

Ob Du nun nur Steinwolle oder einen Materialmix mit Glaswolle machst, hat keinen hörbaren Einfluß.
Es geht darum die Schallenergie in Wärme (sprich Reibung) zu verwandeln, damit es ruhig wird in der Kabine. Ob Du es mit Stein- oder Glaswolle machst, spielt keine entscheidende Rolle, entscheidend ist der Schalldämmwert.

Deine Konsturktion sieht gut aus. Doch lass mich Deine Aufmerksamkeit noch auf ein paar weitere Punkte lenken:
Schall kommt überall durch, deswegen ist es notwendig, daß Du Deine Kabine möglichst gut vom Fußboden isolierst.
Dazu würde ich die Konstruktion auf Gummimatten (etwa die von Dir vorgeschlagene) Stücke stellen. Je nach Gewicht ist es erforderlich unter die gesamte Konstruktion Gummimatten zu legen. Besser ist es so wenig wie möglich zu verwenden! Je weniger Berührung mit dem Boden um so besser!
Dann solltest Du UNBEDINGT darauf achten, daß die Konstruktion von dem Kabinenboden entkoppelt ist. Sprich der Boden in Deiner Kabine darf die Wände NICHT berühren.
Den Kabinenboden würde ich wie folgt aufbauen: Zimmerboden - Trittschalldämmmatte(n) - OSB Platte - Teppich, besser zwei Lagen.
Den Schlitz zwischen Kabinenboden und Konstruktion würde ich mit den Resten der Steinwolle stopfen und den Teppich knapp überlappen lassen wegen der Optik, aber bloß nicht die Wand berühren!
Ich würde zunächst mal mit zwei Lagen Trittschalldämmmmatten starten. Dazu folgendes Experiment: Trittschalldämmmatte -> OSB Platte und darauf stellst Du Dein Mikrofonstativ mit Mikrofon (Trittschallfilter auf "AUS"!).
Jetzt lauscht Du mal, ob Du noch tieffrequente Signal hören bzw. in der DAW sehen kannst. Ist das nicht der Fall, ist es genug Dämpfung, wenn nicht noch mal eine Schicht drauf und wieder lauschen...
Die Dämpfungswerte addieren sich nicht linear. Also wenn Du eine Dämpfungsmatte mit 20 dB hast und legst eine zweite drauf, wird das nicht 40 dB Dämpfung bringen, sondern "nur" 23 dB. Das liegt daran, daß diese Werte logarithmisch sind und nicht linear :)
Zur leichtern Verwendung HIER ein entsprechender Rechner.
Außerdem wird das mit mehreren Lagen Dämpfung irgendwann rutschig, also lieber gleich einmal ein Material mit hohem dB Wert und dann sollte es passen.
Oder alles komplett mit "Deiner" Gummimatte auslegen, OSB Platten, Trittschalldämpfung, OSB Platten und darauf ein dicker Teppich. Die Platten mit möglichst wenig Schrauben gegen ein Verrutschen sichern. (3 Stück pro Platte sollten genügen)

Als Konstruktionsmaterial würde ich die sog Trockenbauprofile nehmen: Sie sind leichter und halten die Dämpfungsmatten besser in Position. Außerdem kann man sie vor Ort ohne großen Staub und Dreck auf Länge schneiden bzw. sägen. Dazu gibt es passende Schrauben und die Konstruktion geht schnell voran. Zur Montage würde ich die jeweiligen Elemente auf den Boden legen, montieren und dann erst in die Senkrechte bringen. Das macht es wesentlich einfacher.
Lediglich für die Tür und das Fenster würde ich auf stabile Holzbalken setzen. Die mechanische Belastbarkeit ist einfacher besser.

An Deiner Stelle würde ich mir mal Schalldämmtüren ansehen und das Prinzip nachbauen. Dazu sind zwei "Ringe" von Gummidichtungen von Vorteil. Das ist ein bißchen schwieriger zu bauen, aber zahlt sich in noch mehr Ruhe aus!
Zur Not kann man auch zwei preiswerte Türen nehmen, wobei eine nach außen und die andere nach innen aufgeht. Dann die Türen an den sich zugewandten Seiten mit Steinwolle und darüber gespannten Stoff nochmals dämpfen.
Doch die Gummidichtungen sind das Wichtigste. Sie MÜSSEN den Papiertest bestehen. Das Türblatt sollte so fest auf die Gummidichtung drücken, daß man ein dazwischen eingeklemmtes Blatt A4 Papier nicht oder zumindest nur sehr schwer herausziehen kann. Dann ist es wirklich dicht!!!!

Doch jetzt Obacht! Der Kabinenboden liegt ja auf Deinem Fußboden. Das bedeutet, er ist ein Stückchen höher!!! Das ist eine beliebte Stolperkante und sollte auch bei der Konstruktion entsprechend berücksichtgt werden. Besonders wenn Du zwei Türen einsetzt. Dann muß die innere Tür entsprechend kürzer sein !!! ;)


Außerdem würde ich noch ein Fenster vorsehen, denn sonst bekommst Du auf die Dauer Probleme mit Deiner "biologischen inneren Uhr". Es steigert das Wohlbefinden enorm und ist akustisch nicht sooooo schlimm.
Das Fenster sollte aus mindestens zwei Scheiben bestehen, die NICHT parllel zu einander, sondern im ganz leichten Winkel stehen. 5-10° sind hier viel wert. Ideal wäre es, wenn die Scheiben von unterschiedlicher Stärke sind und die Dicken der Scheiben "Teilerfremd" sind. Also etwa 3 und 5 Millimeter. Wenn Du drei Scheiben einsetzt dann 3, 5 und 7 Millimeter. (Beispiel)
Wichtig ist, daß ALLE Scheiben in einem unterschiedlichen Winkel zueinander stehen, einen kleinen Abstand haben (~ 1cm) und sich NICHT berühren.
Beim Schreiner kann man sich in die "Fensterrahmen" (=Balken) für die Scheiben sog. "Nuten" fräsen lassen. Dann wird es stabil und sieht auch noch gut aus. ;) Für ein Trinkgeld sind die meistens sehr kooperativ.
Eine dünne Gummi- oder Schaumstoffisolierung zwischen Scheiben und Fensterrahmen unterstützen das Ganze, sind aber nicht zwingend erforderlich.

Was bei solchen DIY-Vorhaben schnell übersehen wird, ist die Frischluftzufuhr !!!!
Der Mensch atmet pro Tag zwischen 10.000 und 20.000 Litern Luft und die Atemluft enthält Feuchtigkeit. Das dauert zwar ein paar Monate, aber irgendwann kann es in der Kabine beginnen muffig zu riechen! Das bekommt man dann nicht immer wieder raus!!!!
Außerdem wird es in so einer Kabine schnell mal stickig, wenn man länger darin ist und das ist unangenehm.
Bei der Konstruktion würde ich mindestens zwei Luftzufuhren einplanen. Da gibt es diese Installationsrohre im Baumarkt. Ich persönlich würde hier einen Durchmesser von mindestens 100mm vorsehen. Mehr Durchmesser bedeutet mehr Luft! :)
Diese dann geschickt mit einer "Kiste" umbauen, die nach unten eine Öffnung hat und von innen auch mit Steinwolle gedämpft ist.
Idealerweise liegen die Lüftungsöffnungen sich diagonal in je einer Ecke gegenüber. Dabei würde ich eine möglichst in Bodennähe und die gegenüberliegende möglichst weit oben machen.
Warum? Dann kannst Du lautlosen und permanenten Luftaustausch mittels "Konvektion" nutzen. Kältere Luft wird an dem unteren Lufteinlaß anzogen und die durch Dich, das Licht, eventuell Computer und sonstige Geräte erzeugte Wärme, erwärmt die Luft und die entweicht dann durch die obere Lüftung. Das geht absolut geräuschlos, weil sich die Luftmassen sehr langsam, aber dafür stetig bewegen.
Wenn Du die Kabine nicht benutzt würde ich außerdem dafür sorgen, daß die Tür NICHT zufallen und so ein möglichst großer Luftaustausch stattfinden kann, sprich die Feuchtigkeit verdunstet.

Die Sprechposition würde ich so wählen, daß Du in eine Raumecke gerichtet sprichst und das Fenster auf einer Seite von Dir ist. Beim Sprechen in die Ecke würde ich vorschlagen, daß die eine Wand näher an Dir dran ist als die andere. Ein paar Zentiermeter zu einer Seite reicht völlig!

Innenausbau:
Von außen würde ich Deine Kabine mit zwei Lagen Rigips beplanken. Dabei darauf achten, daß sich die Spalte zwischen den Platten nicht (oder zumindest möglichst wenig) überlappen. (Man kann, muß aber nicht die Ritzen der ersten Lage mit Gips ausfüllen.)
Von innen würde ich auch zwei Lagen Rigips vorsehen. Dadurch bekommst Du nicht nur mehr mechanische Stabilität, sondern auch mehr Masse, die Schallenergie vernichten kann.
Unbedingt darauf achten, daß die äußeren Rigipsplatten den Fußboden bzw. Zimmerdecke NICHT berühren. Einfach bei der Montage eine dünne Leiste oder Tageszeitung unterlegen und wenn alles angeschraubt ist, diese Leiste wegziehen, fertig ;) Ein paar Millimeter Abstand zum Boden sind völlig ausreichend!!!
Auch innen sollten die Rigipsplatten weder die Rigipsplatten an der Decke noch die Bodenkonstruktion berühren. Bei den jeweils äußeren Rigipsplatten auf jeden Fall die Ritze sorgfältig verspachteln!
Dann kannst Du die Rigipsplatten tapezieren oder streichen. Vorab Tiefengrund darauf streichen, denn Rigips saugt sehr schnell viel Wasser auf und dann sieht das hinterher nicht schön aus, da die Farbe ungleichmäßig trocknet und der Kleister eventuell schon trocken ist, bevor Du die Tapete aufkleben kannst. ;)


Optisch würde ich von innen Vorhänge oder besser Basotec bzw. Noppen-Schaumstoff vorsehen, denn glatte Wände reflektieren den Schall recht gut und das wollen wir NICHT!!! Ich persönlich würde helle Farben wählen, denn dunkle Kabinen wirken kleiner.
Frau muß nicht die gesamten Wände mit Schaumstoff bekleben, aber der Großteil der Fläche sollte es schon sein. Ganz wichtig ist, daß auch die Decke (hier reicht je eine Lage Rigips innen und außen) von innen mit Schaumstoff beklebt wird, sonst reflektiert der Schall daran und das klingt nicht gut. Wenn Du optimale Ergenisse erzielen möchtest, dann tackert frau die Schaumstoffelemente auf schmale Dachlatten, die einfach auf die Rigipswand geschraubt wurden. Dadurch ist noch mal eine Extraschicht Luft zwischen Schaumstoff und reflektierender Rigipswand. Dadurch verliert der Schall noch mehr Energie, sprich es wird noch ruhiger. Doch es bedeutet auch Mehraufwand an Material und Bauzeit!

Dann noch ein paar Worte zur Technik:
Ich würde ALLES was nicht unbedingt notwendig ist aus der Kabine verbannen.
Also besonders den Rechner/Laptop nach draußen stellen. In der Kabine "nur" Mikrofon, Pop-Schutz, Pult für Texte, Getränkeflasche, Maus und Tastatur. That's it.
Maus und Tastatur über einen sog USB-Hub zusammenführen und diesen mit einem USB Verlängerungskabel an den Rechner anschließen. Jetzt ist Ruhe im Karton, selbst wenn mal ein Lüfter angehen sollte!!
Den Monitor kannst sogar Du vor die Scheibe stellen, zur Not auch in die Kabine. Auch ein Monitor kann Schall reflektieren und Reflektionen von Schall sind .... NIX GUDD! :D

An Beleuchtung würde ich LED-Lampen vorsehen und da lohnt es sich vor dem Kauf mal das Ohr in die Nähe der LED-Leuchtmittel zu halten. Manche summen leise. Die lassen wir beim Händler und suchen nach "lautlosen" LED-Lampen. Denn in der Ruhe Deiner Kabine wirst Du das sonst hören und auf den Aufnahmen auch!!!!! Also Ohren auf beim Lampenkauf :D
LEDs, die Farbwechsel ermöglichen, können dazu beitragen, daß frau sich besser in eine Situation hineinfühlen kann. Also, wenn es noch ins Budget passt: farbige LEDs :D

Kleiner Tipp: Manchmal bieten Mitmenschen Teppichreste bei Ih-Bäh Kleinanzeigen an. Die kann man nehmen und als "Unterteppich" verwenden. Das spart Kosten!

Dann noch eine kleine Anmerkung zum Thema Sicherheit:
Ein kleiner Feuerlöscher sollte in jeder SprecherInnen-Kabine stehen und den sollte frau auch regelmäßig warten lassen. Meiner damaligen Band und mir hat so kleiner Feuerlöscher in einem brennenden Proberaum mal das Leben gerettet und seitdem ist so etwas bei mir immer vorhanden.

Außerdem UNBEDINGT darauf achten, daß Du die Kabinentür auch aufmachen kannst, wenn das Türschloß mal defekt sein sollte. Das ist mal beim WDR passiert und die Studiotür mußte mit massiver Gewalt und schwerem Gerät der Feuerwehr aufgebrochen werden!!!

Bedenke: Du hörst in der Kabine denn Schall von außen nicht. ABER auch umgekehrt!
Wenn Du darin aus Leibeskräften um Hilfe schreist, hört Dich draußen N I E M A N D !!! und schon gar nicht außerhalb Deiner Wohnung!

Geschockt? - Keine Sorge! :D
Das liest sich alles viel, viel schlimmer als es in Wirklichkeit ist.
Aber Schall ist halt heimtückisch, aber wenn frau sorgfältig auf die Details achtet, dann wird das alles gut und draußen können die Fahrzeuge vor dem Haus sogar ein Hupkonzert veranstalten und Du wirst es von Deinen genervten Nachbarn nur erzählt bekommen. :D

Viele Grüße
Thorsten

P.S.: Es wäre PHANTASTISCH, wenn Du den Bau Deiner Kabine mit Photos dokumentieren könntest. Es gibt sicherlich viele Mitglieder hier, die dasselbe Problem lösen müssen. Eine Bauteile-Liste ist sicherlich auch eine große Hilfe. :D
 
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Naida

Ann-Kathrin Richter
Sprechprobe
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Hallo Thorsten,

vielen vielen Dank für dein ausführliches Feedback! Du hast so viel geschrieben, dass ich gar nicht auf alles eingehen kann :sweatsmile:

Ein paar Kleinigkeiten bin ich heute auch noch mal durchgegangen, und hatte die Idee, Gipskartonplatten statt OSB-Platten für die Außenwände zu nehmen. Die Reihenfolge für die Wand wäre demnach: Gipskarton -> Steinwolle -> Laken, das die Wolle abdeckt -> OSB Platte. Wäre das ein sinnvoller Plan?
Zu den Rigipsplatten hätte ich eine Frage. Wenn zwei Lagen übereinander kommen, dann könnten die doch leicht vibrieren. Wäre es dann besser, ein Tuch (dünne Decke) zwischen die beiden Rigipsschichten zu machen, um sie zu entkoppeln? Und am Ende wiegt dann ja eine Wand auch ganz schön viel - demnach müsste ich wahrscheinlich auch auf stärkere, dickere Bretter und Balken zurückgreifen oder?

Beim Thema Fenster bin ich allerdings sehr skeptisch. Aktuell nehme ich in einem dunklen Kellerloch auf und habe wegen Tageslichtverlust keine großen Probleme. Ich stehe auch selten über Stunden drin und meist muss ich eh nach 10 Minuten auf die Toilette :sweatsmile: Würde das nicht theoretisch auch reichen, um in den Klopausen zu lüften?
Generell wäre ein Fenster und eine Lüftung natürlich ein Traum, aber ich habe dann wieder Sorge, dass durch das Fenster Vibrationen entstehen und auch Geräusche wieder eindringen können, und ebenso durch die Lüftung.
Denn am Ende investiere ich Zeit, Geld und vermutlich viele Tränen in die Kabine, damit der Innenstadt-Lärm abgehalten wird. Wären da Fenster und Lüftung nicht eher kontraproduktiv? Und kompliziert klingt es noch dazu o_O

Festhalten werde ich diese Tragödie auf jeden Fall! Aber hoffentlich werden es dabei nicht mehr Teile als bei Faust :D

Vielen Dank und liebe Grüße
Ann-Kathrin
 

Delay

Well-known member
Sprechprobe
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Ich bin mir ziemlich sicher du wirst auch ohne Tür und Fenster schnell an die gesetzten 500€ kommen.
Ich habe selbst 3 Stellwände mit 2 Meter Höhe, 1,65 Meter Breite und 20 cm Tiefe gebaut, wovon effektiv 16cm mit Mineralwolle gefüllt sind. Es waren glaube ich 4 oder 5 Packungen Steinwolle, wenn du runderherum alles mit Steinwolle verkleidest, wirst du mengenmäßig auch so hinkommen. Kostet nicht die Welt aber sind auch bestimmt so an die 140€ für die Steinwolle, Holz kostet zwar nicht viel aber Kleinvieh macht in der Masse auch gehörig Mist.
Ich würde es an deiner Stelle auch so simpel wie möglich halten. Fenster sind zwar super, aber erhöht deutlich den Mehraufwand und birgt auch gewisse Risiken ein zusätzliches Einfallstor für Schall zu sein.
Ich würde auch testen ob du evtl. in der Innenseite ohne OSB Platten auskommst, damit fällt zwar nochmal eine kleine Schallschutzmauer weg, du sparst dir aber effektiv den Kauf von Akustikschaumstoffen, da die Wand direkt absorbiert. Nach dem Prinzip funktioniert auch die Vocal Booth von Booth Junkie.
Also vielleicht erst für Außenseite kalkulieren, wenn soweit alles steht mal schauen wie es klingt und im Zweifel die Innenseite nochmal verkleiden.
Wenn der Eingang der Kabine nicht direkt zur Schallquelle die du vermeiden willst gerichtet ist, wirst du sicherlich auch ohne Türe eine spürbare Verbesserung haben. Ansonsten könntest du dir auch ein Holzrahmen in der Größe des Eingangs bauen mit Steinwolle oder Basotect füllen und das einfach nach Bedarf vor den Eingang stellen. Hat den Vorteil (oder Nachteil, je nachdem) das es nicht 100% abdichtet aber trotzdem gut dämpft und ein wenig Luft rein und rauskommt.
 

Naida

Ann-Kathrin Richter
Sprechprobe
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Ich denke auch, dass ich sehr schnell bei 500€ ankomme. Über den Daumen gepeilt wäre ich bereits bei um die 400 gewesen mit meinem Plan.
Bezüglich der Dämmung innen: über die Zeit habe ich schon einige Stücke Akustikschaumstoff angesammelt und müsste somit keinen extra dazukaufen. Ich denke, eine zusätzliche Schicht Holz an der Wand wäre mir da schon sehr lieb und finanziell passt das auch nach meiner Rechnung. Ich werde mir aber eure Tipps (danke nochmal!) zu Herzen nehmen und meinen Plan Stück für Stück durchgehen und eure Ideen und Erfahrungen einfließen lassen :)
 

Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
Hallo Ann-Kathrin!

Bei den Rigipsplatten scheppert NICHTS, wenn man sie mit den passenden Schrauben aufeinander schraubt. Das haben wir schon für viele Schlagzeugkabinen so gemacht, das funktioniert :D

Wenn Du eh nur kurz in der Kabine bist, kannst Du auf die Lüftung verzichten.
Dafür sehe ich mit dem Standort aber ein anderes Problemchen. Keller sind per Definition kühler und dadurch immer feuchter. Wahrscheinlich wirst Du die Kabine eher etwas anwärmen müssen, damit die Feuchtigkeit nicht hineingelangt. !!!!

Das Fenster ist, wenn man es richtig macht, akustisch nicht ganz so dämpfend, wie eine Studiowand, das stimmt, aber sooooo schlimm ist das auch nicht. Denn auch in den Profi-Studios sind Fenster eingebaut. Wenn das also soooo schlecht wäre, wären sie nicht drin.
Und durch diese verwinkelte Anordnung wird das recht gut.
Hier sieht man das mal ganz gut:

Screenshot_from_2020-11-27_16-10-45-1606489862.png


Die drei Fensterscheiben stehen in unterschiedlichen Winkeln zu einander und es handelt sich um ein Profitonstudio (Abbey Road Tonstudio), wo auf der anderen Seite des Fensters Rock 'n Roll gemacht wird. Bei allem Respekt. so laut kannst Du nicht schreien ;)
Aus Erfahrung kann ich sagen, das funktioniert ganz gut.

Aber zurück zu Deinen Fragen.
Wenn Du in einem Keller die Kabine aufbaust, solltest Du UNBEDINGT Feuchtraum Rigipsplatten verwenden. Die sind meistens grün/hellgrün. Die beigen Rigipsplatten sind nicht für leicht feuchte Räume geeignet, das geht schief. Wenn alles okay ist, würde ich die Rigipsplatten von außen (!) mit Latexfarbe streichen. Das schützt zusätzlich vor leichter Feuchtigkeit. Oder auch eine normale Fassadenfarbe, die ist noch besser aber auch noch ein bißchen teurer. Mal beim Maler nach Resten fragen! ;)

Wenn Du im Keller bist, kannst Du es zunächst mal mit "nur" einer Lage Rigips versuchen. Denn im Keller sind meistens "nur" Rumpelgeräusche das Problem, weniger der direkte Schall. Dadurch kannst Du die Mehrkosten für die Feuchtraumplatten ausgleichen. :D

Grundsätzlich würde ich für die Wand folgenden Aufbau wählen:

Zeichnung-1606490497.png


Kein Stoff, das wird nur feucht und müffelt ;)

Da Du im Keller bist, würde ich sogar einen anderen Bodenaufbau vorschlagen:

Zeichnung2-1606491164.png


Also auf den Boden die Gummimatten, darauf die Holzlatten (ungehobelte Dachlatten) im Abstand von 20-25 cm legen. Dann würd ich eine Baufolie darauf legen, darauf die Trockenbauprofile (hier auch noch mal Gummimattenstücke unterlegen!!!) und die OSB Platten festschrauben. Die OSB Platten berühren N I C H T die seitlichen Trockenbauprofile bzw. Rigipsplatten !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Darauf achten, daß rundherum umlaufend eine Dachlattenreihe geschraubt wird, damit Du keine "Untermieter" bekommen kannst ;) aber ein paar Millimeter nach innen versetzt, damit die Rigipsplatten das nicht berühren!!!!

Warum so?
Das schafft nicht nur Schalltechnisch die notwendige Entkopplung, sondern auch wärmetechnisch!
Ganz paranoide Zeitgenossen füllen die Zwischenräume noch mit Steinwolle aus, aber das ist eher eine Budgetfrage, bringt aber noch ein bißchen mehr und wärmer wird es auch zwei Grad.

Auf die aufgeschraubten OSB Platten kannst eine Lage Trittschalldämmung legen und dann einen dicken Teppich oder gleich zwei Teppiche, je nach Budget.

Die Gummimatten und die Dachlatten sorgen dafür, daß es nicht fußkalt wird, aber auch im Katastrophenfall, daß Dein Studio nicht voll Wasser läuft. Man kann die Dachlatten sogar auf die schmalere Seite stellen und nutzt die zusätzliche Höhe, wie man mag. Doch dann würde ich die Schraubenlöcher mit einem dünnen Bohrer durch die OSB Platten in die Dachlatten vorbohren, sonst können sie schnell reißen. Ist mehr Arbeit, wird aber besser! Aber auch hier, so wenig Schrauben wir möglich, so viele wie nötig!

Ansonsten gilt alles oben Geschriebene und in Deinem Fall kannst Du auf das Fenster verzichten, wenn Du den Computer so leise bekommst, daß man ihn NICHT hört. Ansonsten MUSS er vor die Studiotür. Punkt.
Bedenke, in Deiner Kabine wird es sehr leise werden, da hört man dann zwar jede Nuance Deiner Stimme, aber auch alle anderen Geräusche! :D

Vielleicht ist es sogar eine gute Idee, eine "normale" Zimmertür zu nehmen (weil günstig) und sie zunächst von innen und wenn es nicht reicht auch noch von außen mit Steinwolle und Rigips zu beplanken. Ich würde eine zusätzliche Gummidichtung vorsehen (Stichwort Papiertest). Lieber zu viel als zu wenig gedämpft!!
Aber immer auf das Gewicht achten. Die Steinwolle ist nicht das Problem, sondern der Rigips und so Zimmertüren halten nicht viel aus, besonders die Angeln an denen sie hängen!!!! Es wäre nicht die erste gedämpfte Tür, die aus den Angeln reißt ;)

... und noch ein Tipp für die Kosten: Baumärkte sind nicht wirklich günstig. Häufig bekommt man im Fachhandel günstigere Preise, weil die B-Ware nicht loswerden können, die aber für Deine Ansprüche ausreichend ist. Eine Farbschwankung in der Lackierung der Tür z.B. macht sie unverkäuflich, ist aber egal, wenn Du sie eh beplankst ;)
Und manchmal bieten Privatpersonen und/oder Firmen auch "Reste" auf Ih-Bäh Kleinanzeigen an. Für Dich reichen vielleicht schon 20qm Feuchtraumrigipsplatten und der Handwerker ist froh, wenn er die Reststücke loswird, weil die Entsorgung teuer ist. ;)
 
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Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
Zeichnung3-1606493668.png


Hier noch eine Skizze, wie das mit den Holzlatten für den Noppenschaumstoff gemeint ist. Frau achte auch auf den Abstand der grünen Rigipsplatten oben links in der Ecke !! :D
 

Naida

Ann-Kathrin Richter
Sprechprobe
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Hallo Thorsten,

und wieder tausend Dank für all dein Wissen, das du mit mir teilst :)

Super, dass die Rigipsplatten nicht scheppern - wieder was dazu gelernt. Welche Schrauben benötigt man denn? :sweatsmile:
Bezüglich des Standorts habe ich mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt. Aktuell nehme ich zwar in einem Keller auf, aber meine Kabine soll 15km entfernt von diesem Keller in meiner Wohnung hochgezogen werden.

Das Fenster überlege ich mir auf jeden Fall noch einmal, aber ich traue mir das nicht so wirklich zu. Und bei einem Profi-Tonstudio ist ja auch ein anderes Budget und fachliches Wissen vorhanden. Kann ich das denn mit meinen paar Kröten umsetzen? Ich könnte zwar noch etwas am Budget schrauben, aber durch mein knappes Einkommen habe ich nicht all zu viel Spielraum.

Wie oben gesagt kommt die Kabine in meine Wohnung. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein altes Fachwerkhaus. Wie sieht es denn da mit Feuchtigkeit aus? Sollte ich sicherheitshalber lieber zu den Feuchtraum Rigipsplatten greifen?
Die Idee mit der normalen Zimmertür finde ich aber gut. Da findet sich sicherlich etwas günstiges bei ebay oder, wie du auch schon gesagt hast, als B-Ware. Am besten schaue ich mich mal nach gebrauchten Sachen um - vielleicht findet sich da ja noch was :)

Ach und mir fällt noch etwas ein :sweatsmile: Bei all den Materialien verliere ich so langsam den Überblick, was sich gut eignet und wovon man lieber die Finger lässt. Und dann gibt es auch immer die speziellen Sachen für Akustik wie zum Beispiel diese Gipskartonplatten. Ist sowas sinnvoll oder kann ich das auch aus meinem Gedächtnis streichen?

Und vielen Dank für all die Arbeit, die du dir machst! Du rettest meine Kabine! :relaxed:
 

Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
Bei den Schrauben gibt es viele verschiedene Modelle. Die sind alle gleich gut oder gleich schlecht.
Sie heißen Trockenbau- oder auch Schnellbauschrauben und sehen SO aus. Ich persönlich mag die mit dem feinerem Gewinde lieber, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

Okay. Dann zurück Marschmarsch aus dem Keller in die Wohnung. :)
Für "normale" Wohnräume reichen die beigen Rigipsplatten völlig aus, es sei denn es regnet durch's Dach ;)

Ob Du diese teureren Gipskartonplatten verwenden musst, würde ich mal in Frage stellen wollen. Dann lieber eine zweite Lage preiswerte Rigipsplatten. Das wird besser, ist leichter ( durch das Haus zu tragende Gewicht!!!) und Du kannst es ja erst einmal mit einer Lage versuchen, reicht es, hast Du Geld gespart. ;)

Bei den Rigipsplatten würde ich die "Ein-Personen-Platten" bevorzugen: Die kann frau auch alleine tragen und in Position wuchten (außer bei der Decken Montage, da braucht es helfende Hände!!!) und Du bekommst sie besser durch enge Flure und Treppenhäuser!!!

Bei dem Fenster würde ich auf einen Schreiner oder Tischler zugehen und an seine Berufsehre und Mitmenschlichkeit appellieren.

Zeichnung4-1606494841.png


Als Beispiel. Mit der dreifach Verglasung bist Du auf der sicheren Seite. Für Stimmen reichen zwei Scheiben, ich denke halt an die Fahrzeuge. Deswegen würde ich hier auf drei Scheiben gehen. Zur allergrößten Not kannst Du dann noch von innen und/oder außen eine weitere Scheibe (z.B.: 4 mm) auf dem Holzrahmen anbringen, dann einfach gerade, das ist ja dann auch wieder ein anderer Winkel zu den bestehenden Scheiben!

Wenn dann immer noch keine Ruhe in der Kabine ist, solltest Du dringend umziehen :D :D :D :D :D


... und es macht mir Spaß mein Wissen zu teilen und besonders dann, wenn ich damit jemandem helfen kann :D
 

Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
Ha!

Mir ist mit dem Fenster noch etwas Gutes eingefallen, was leicht geht und sicherlich gut wird.

Also:
Zunächst einmal beim Glaser nach Scheiben fragen, die unterschiedlich dick sind (s.o.). Dann die beiden schrägen etwas höher (ca. 5 bzw. 7 mm. Vorher eine möglichst genaue Zeichnung machen und mitnehmen!!!!!) schneiden lassen als die mittlere Scheibe. Die mittelere Scheibe bestimmt die Höhe des Fensterrahmens PLUS jeweils 2 x 3 mm Platz, dazu gleich mehr. Auch für die Seiten noch mal 2 x 3 mm Zugabe.

Den Fensterrahmen aus Balken, die Du Dir irgendwo besorgst und auf Maß (!) zuschneiden lässt, kannst Du mit langen Schrauben und Leim (!) ganz einfach zusammenbauen. Jetzt kommt der etwas schwierigere Teil.
Du fängst mit einer schrängen Scheibe an.
Auf der Innenseite des Rahmens (Neigungswinkel beachten!) befestigst Du rundherum eine dünne Holzleiste (4 x 4 mm) mit kleinen Nägeln. Das wird die Außenseite.
Rundherum klebst Du etwas Schaumstoffband (z.B.: Tesamoll oder ähnliches. Gummiband geht auch) an die Position wo die erste schräge Scheibe stehen soll.
Holz dehnt sich aus und wenn da kein Bewegungsraum ist, platzt Deine Scheibe irgendwann einmal ganz plötzlich! :)
Nun bringst Du etwas Acryl oder Silikon auf der Innenseite der Holzleiste auf und lehnst die Scheibe dagegen.
Jetzt von innen eine komplett dichte Fuge um die Scheibe herum ziehen. Dabei sollte nach Möglichkeit wenig von der Dichtungsmasse zwischen Scheibe und Holz gelangen, aber keine Doktorarbeit daraus machen. ;)
Jetzt gut abtrocknen lassen, damit es schön fest wird! Danach die Scheibe von der Innenseite sehr sauber putzen. Da kommst Du nicht mehr heran!!!!!

Für die senkrechte Scheibe brauchst Du wieder eine dünne Holzleiste (4 x 4 mm) und rundherum Schaumstoff- bzw. Gummiband!
Daraus nagelst Du auf die Seite zur ersten schrägen Scheibe hin einen Rahmen SENKRECHT fest. Schaumstoffband anbringen und dann bringst Du eine Acrylfuge auf den Holzleistenrahmen auf
Die senkrechte Scheibe würde ich jetzt mit Stoffhandschuhen anfassen, denn Fingertapser auf der Innenseite bekomst Du nie wieder weg!
So drückst Du nun die Scheibe auf die Acrylfuge. Oben ein, zwei Nägel einschlagen, die die Scheibe in Position halten, bis Du wieder eine Acrylfuge gezogen hast. Der Optik halber kannst Du hier auch eine dünne Holzleiste rumherum nageln, ist aber nicht zwingend erforderlich.
Wieder gut trocknen lassen und Scheibe gut sauber machen!!!

Jetzt die andere schräge Scheibe.
Zunächst wieder Stoffhandschuhe wegen dä Patscha auffe Innenseite ;)
An die Innenseite wieder einen kleinen Rahmen aus dünnen Holzleisten (Neigung beachten), Schaumstoffband rundherum anbringen, Acrylfuge ziehen, Scheibe einstellen, leicht anpressen und mit ein paar Nägeln fixieren. Acrylfuge ziehen und wieder einen Rahmen aus dünnen Holzleisten annageln.
Gut trocknen lassen und dann "abbudze"

Bei der Montage dürfen die Scheiben IMMER nur in möglichst senkrechter Position sein. Wenn Du sie waagerecht, selbst im Rahmen montiert, hinlegst und weiterarbeitest können sie schnell kaputt gehen. Alter Glasertrick ;)

Das sollte sowohl ins Budget passen, wie auch eine gute und dichte Studioscheibe ermöglichen. :)
Hört sich kompliziert an ... ist es auch. Aber mit der notwendigen Ruhe und Sorgfalt sollte das zu machen sein. :)


... ich sollte mir das mal patentieren lassen :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D
 
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Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
... bei der Tür auch an den Türrahmen denken, ;) Den kann man auch noch mal ein bißchen von innen mit Steinwolle füllen und mit zusätzlichem Gummi oder Schaumstoffband dichten.
Auch daran denken, daß Du zwischen Tür und Boden einen Spalt hast. Hier hilft eine Leiste mit Gummi- oder Schaustoffband beim Abdichten! ;)
 

Naida

Ann-Kathrin Richter
Sprechprobe
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Oh wow, so viele Tipps und Anleitungen auf einmal - Dankeschön! :)

Dann werde ich zurückrudern zu den normalen Rigipsplatten. Regnen sollte es nicht ins Haus und wenn doch - ich hab noch 3 Stockwerke über mir :D Es sind so viele Dinge, die man beachten muss, da fühle mich schnell überfordert. Um so dankbarer bin ich, dass du mir hilfst, ein Konzept zu erstellen.

Die Anleitung für das Fenster ist spitze! Super erklärt - ich könnte das so womöglich wirklich nachbauen. Und gegen etwas Tageslicht in der Kabine hätte ich nichts ^^
Oh ja, du solltest das patentieren lassen. Also los, hopp hopp, auf zum Patentamt :D
 

Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
Hallo @Naida!

Wenn ich jede dieser Ideen patentiert bekäme, wäre ich mit nichts anderem beschäftigt.
Aber danke für das Lob :D

Mittlerweile habe ich mal einen kleinen Test für mich gemacht und ich würde die Acryl-Dichtungsmasse-Streifen durch Moosgummi oder andere elastische Materialien ersetzen. SO etwas z.B. Das ist leichter zu verarbeiten, noch elastischer und man kann im Zweifel leichter eine defekte Scheibe tauschen.

Außerdem hat die Scheibe so noch mehr "Spiel" und sowohl das Holz als auch die Scheibe können sich bei unterschiedlichen Temperaturen besser und sicherer ausdehnen.
Wichtig ist aber auch hier, daß es dicht ist. Das kann man mit etwas Rauch oder Wasserdampf gut testen. Kommt nichts mehr durch, ist es dicht. :D

Schall und seine Dämpfung ist ein komplexes und auch noch schwieriges Thema. Das kann man sogar studieren, also stehst Du mit diesem leichten Gefühl der Überforderung gewiss nicht alleine da. Aber wir sind ja auch noch da und helfen wo wir können. :)

Was ich noch hinzufügen möchte beim Fenster: Achte auch darauf, daß das Fenster möglichst dicht (Hier durchaus Acryl oder Silikon) in der Wand sitzt. Gerne auch eine zweite Acrylnaht. Zur Sicherheit. Das sieht nicht ganz so super aus, aber wir machen Akustik :D

Ich würde mich wie Bolle freuen, wenn Du von Deinem Fensterbau ein paar Fotos online stellen könntest. Das wäre mal eine coole Story. :)

Viele Grüße
Thorsten
 

Naida

Ann-Kathrin Richter
Sprechprobe
Link
Ich habe deine Antwort erst jetzt gesehen, @Spirit328. Tut mir leid :sweatsmile:

Die Idee mit dem Moosgummi ist super! An eine Ausdehnung des Holzes hatte ich bis jetzt noch gar nicht gedacht, geschweige denn die Dichte mit Wasserdampf zu testen. Deine Ideen sind einfach spitze! :)

Tatsächlich hatte ich mir mal überlegt das zu studieren, aber wo ich das jetzt alles sehe und höre bin ich froh, es nicht gemacht zu haben :D
Solange ich mit der Zeit genug Wissen für meine Zwecke sammeln kann, passt das.

Der Kabinenbau ist tatsächlich erst einmal pausiert. Ich arbeite zwar weiter an den Bauplänen, aber es könnte in der nächsten Zeit ein Umzug bevorstehen - der geht dann natürlich vor und mal schauen, welche Möglichkeiten eine andere Wohnung mit sich bringen. Kommen wird meine Kabine aber auf jeden Fall und dann wird sie hier ausführlich dokumentiert! :)

Liebe Grüße
Ann-Kathrin
 

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