Witcher Mashup Cover ein bisschen out of the box

Hausbar

Ein Käffchen geht noch...
Hey ihr!
Habe seit längerem mal wieder ein kleines Soundtrack Cover gezaubert, da ich schon immer der Meinung war, dass der letzten Szene der ersten Witcher Staffel der Sound des Videospiels gut gestanden hätte, da sich die Szenen sehr nahe sind....

Neben teils bulgarischen Chören, passend zum tendentiell osteuropäischen Setting, habe ich mich aber dabei auch an asiatischen Instrumenten und Vocals bedient (unter anderem mongolischem Kehlgesang, Yangquing, Xiao, usw.)

Würde mich interessieren, ob euch die Instrumentenwahl und das Mashup aus Serie- und Videospiel-Soundtrack gefällt oder ob ihr das Ganze anders machen würdet.



Grüße!
 

MonacoSteve

...nicht ganz Dichter ;-)
Sehr schön. Sehr episch. Da es eine sehr lange Sequenz ist hätte man höchstens die Kampfszenen (vielleicht rhythmisch?) gelegentlich etwas anders herausheben können. Aber Klang und Bild fügen sich insgesamt wirklich gut ineinander.
 

7klang

Musikus (semiprof.)/ Komponist/ MusikFX
Sehr schön am Piano interpretiert ;-) überhaupt... dein Video ist ja ganz schön aufwändig gemacht. Sieht toll aus!
Ich hätte mir da vlt noch etwas mehr Instrumente gewünscht, etwas Abwechsung weißt du? Aber nicht schlecht gemacht
 

Hausbar

Ein Käffchen geht noch...
die Kampfszenen (vielleicht rhythmisch?) gelegentlich etwas anders herausheben können
Ja, verstehe ich. Vom Rhythmus habe ich mich natürlich nah am Original orientiert, sonst wäre es ja schwerlich als Cover Version zu bezeichnen.
Aber ich hatte u.a. die Kampfszenen anfangs durchaus noch mit zusätzlichen Soundeffekten unterlegt (Schwertgeplänkel, mehr Hufgetrappel der Pferde usw.), um da mehr Fokus darauf zu legen. Am Ende habe ich es wieder entfernt, da Foleys und Soundeffekte ein bisschen ein zweischneidiges Schwert sind. Wenn man sie einmal an einer Stelle einsetzt, muss man das ganze eigentlich auch konsequent durchziehen. Sonst hat man sofort das Gefühl, es fehlt etwas, sobald eine Aktion im Bild keinen Ton verursacht.
Trotzdem danke für den Input.


Ich hätte mir da vlt noch etwas mehr Instrumente gewünscht, etwas Abwechsung weißt du?

Absolut. Das Original (The Wolf And The Swallow von Mikolai Stroinski) ist halt instumental eher zurückhaltend besetzt, weshalb ich mich ebenfalls hauptsächlich auf Streicher und Vocals (und bei mir natürlich immer das obligatoriche Klavier) beschränkt habe.
Aber grundsätzlich hätte man da schon noch ordentlich Vielfalt einbauen können, da hast du schon recht (kurzfristig hatte sich sogar mal eine Kirchenorgel in das Projekt verirrt 😉).
Die Sache ist aber auch die, dass ich mit Mixing (von Mastering reden wir mal lieber gar nicht) gefühlt noch immer komplett in den Anfängen stecke und es mir noch nicht so einfach von der Hand geht ein ganzes Orchester gegeneinander auszubalancieren und dabei das Klavier nicht zu überfahren.
Aber vielen Dank für deinen Eindruck.
 

ROH

Ryan
Ich komm aus dem Witcher "-Fanclub" - wir sind die Typen die auch die schreckliche Umsetzung der Serie egal finden - weil es ist Geralt.^^
Nur damit du so ungefähr weißt von wem das kommt. und klar kenn die Scores sehr gut.

Deswegen sage ich jetzt mal ganz erhlich zu dir - was ich sonst nur zu nem guten Freund oder Geschwister sagen würde:
Mir fehlt Mut hier.
Auch wie du das beschreibst, dass du dich sehr an die Originale hällst - das ist sehr logisch und geht in dieselbe Richtung.
Weil der Unterschied zum Game-Score - ist einfach deren Originalität. Jetzt vielleicht nicht musikwissenschaftlich, aber wenn du Gwent-musik hörst - du bist sofort am Kartentisch.
Oder ich liebe ja diese "Bäuerinnen-Geschrei" (Zitat Ende - mein Bruder) - ich liebe diese Slavischen Chöre etc. auch Joiks etc. Ich hab da Spaß drann.
Und durch diese Originalität - hast du auch immer diesen Überraschungsmoment.
Das hatte ich jetzt gehofft - dass da jetzt was von der Intensität mehr kommt, die ne Atmo transportiert.

Wenn ich das beschreiben müsste - würde ich sagen: Das ist ne typische Interpretation, wie du sie eher aus Hollywoodfilmen kennst.

Weil auch das Wolf&Swallow (im Original - nicht bei dir)- die Geigen - die haben was scharfes - die klingen fast wie Schwertschneiden. Das ist nicht schön.
Aber es ist originell - es ist überraschend. Und wenn dann die Asiatin kurz ansingt - das ist wieder überraschend - weil du rechnest nicht damit, dass du plötzlich ne Gesangs-Line hast - die aus Tiger&Dragon ist.
Diese Überraschung - diese Originalität - die fehlt mir und daher dass es so "klassisch" (im Sinne von gewohnt" ) Episch ist - fehlt für mich die Intensität in der Atmo.

Ich geb dir noch ein Beispiel - weil ich damit immer Komponisten vergraule - es gibt in Morricone/Pouledouris - die haben manchmal Streicher - die spielen den höchsten Ton auf der Geige - das ist schon kein Ton mehr - dass ist helles quietschen. Kannst du mit Libs (so wird immer gesagt) nicht machen - aber GENAU DAS - so was - das macht die Atmo. Das macht das Interessant. Es transportiert auch ein Gefühl - und du wirst vielleicht sagen - ich muss mir nicht das Wapiti-Geheule in 5.1 geben - aber genau das macht es Originell.
Wenn du mich gefragt hättest: Ryan, wie machen wir die Musik zu Witcher - gerade WITCHER: Sei überraschend.
Die schönste Stelle ist auch bei dir - der Moment - wo der epische Klangteppich verschwindet und der Übergang zu Yennefer kommt.
Dieses plötzlich BAM-BAM. Da hast du die Intensität auf sie.
Jemand der keine Ahnung von Witcher hat - der weiß dadurch: Die Frau ist wichtig.
Deswegen sage ich auch: Mir fehlt der Mut.
Also ich würde da jetzt keine Synthe 1980er Jahre reintun - nur weil "originell" -nein - aber im Stück selbst - und scheiß auf die Line.
Wenn es sich gut anhört ist es gut. Punkt. Ob du dich dann da 1:1 ans Original hällst - who cares?
Also wenn du z.B. jetzt mit Hörnern Wolfsgeheul da irgendwie dargestellt hättest -so von tief nach oben - - dann würde ich jetzt den Hut ziehen und sagen: Boah, Mann. Respekt.
Das meine ich wenn ich sage: Mir fehlt der Mut.
Das ist ein schönes episches Stück. Genau so wie du es erwartest. Und das wäre - für mich - der Hauptkritikpunkt. Das ist der auch in der Serie.
Wo ich auch denke: Leute, never change a winning team. - Der Witcher-Score (und der von 2 ist ja noch besser) - das ist ein Hauptgrund für den Erfolg - weil die ikonisch ist. Mach es exakt so - wir müssen das Rad nicht neu erfinden.
Wenn ich jetzt hier ein Witcher-Stück verlinke - jeder der das kennt wird hören WAS das ist (Kampf, Kaer Morhen, Gwent etc.).
Ja - klar - Toss a coin... ABER ... Dat is ja jetzt nicht wovon wir hier sprechen.

Aber COOL. Respekt vor der Leistung. Der Grundidee. Finde ich super. Mix ist wumpe - ich hab es gehört - aber ich sage auch immer - das ist als Komponist nicht dein Job & eh - who cares - erst mal selbst machen, ne?^^ - Deswegen JA es ist schön.
Was mir fehlt ist der Mut. Noch viel kreativer damit umzugehen und auch Erwartung zu brechen.
 

Hausbar

Ein Käffchen geht noch...
Hmm, Wapiti Geheule.... kommt in die Sammlung! 👍
Wüsstest du vllt wie der gute Ludwig Göransson diesen ikonischen Sound zu Beginn des Mandalorian Themas gebastelt hat (nicht die Bass Flöte)? Wo wir nämlich grade bei Gefühlswelten sind, in mir flammt dabei immer das Gefühl einer Anlehnung an Morricones Hyänengeheul auf. Obwohl es komplett anders klingt. Ich wüsste zu gern, was das ist...!

Wie, was, darum gings dir gar nicht? 😄
Ich sitze schon mit ner Tasse Kaffee in der Ecke und schäme mich, keine Sorge! ☕

Ok, Spaß!
Danke für deine ausführliche Kritik! Bin ich natürlich froh drum und kann auch vieles nachvollziehen, was du schreibst (nein, nicht das Bevorzugen des Witcher 2 Soundtracks vor Witcher 3... So toll der 2er auch ist, da kommen wir nicht zusammen! 😉).

Ich bin grundsätzlich auch kein Freund des super glatt gebügelten Sounds. Ich freue mich immer wie ein Schnitzel, wenn ich den schön quietschenden Brass im Intro der alten Star Wars Filme höre...
Aber für mich ist das ganze Covern von Soundtracks erst mal ein Lernprozess, um überhaupt erstmal zu lernen, wie man Musik macht und mixt, da ich ja an sich kein Musiker bin und versuche mir das alles so ein bisschen on-the-fly anzueignen.
Damit will ich sagen, momentan bin ich noch froh, wenn ich es überhaupt hinbekomme ein Cover von einem Stück zu kreieren, ohne es total zu vermasseln. Daher bin ich sicherlich auch noch stärker geneigt mich eher am Original zu halten und nur hier und dort etwas zu versuchen (daneben wirds rechtlich auch gleich nochmal problematischer, wenn aus dem Cover ein Remix wird, aber das ist generell ein ganz anderes Thema).

Ich denke das ist sicherlich auch eine Erfahrungssache. Ich hoffe, dass ich mit der Zeit irgendwann auch lerne mehr eigene Ideen zu entwickeln, aber vorher wollte ich egentlich mal damit anfangen vernünftig Klavier spielen zu lernen... 🙄
Bisher beschränkt sich der kreative Input eher auf das teils alternative instrumentale Setting (oft auch notgedrungen... hatte keine vernünftige Hurdy Gurdy am Start), manchmal, wie hier, die Kombination aus verschiedenen Stücken und natürlich das Video (was inzwischen im Editing den Arbeitsaufwand für die Musik bei weitem übersteigt, wenn ich ehrlich bin). Also bisher ein kreatives Gesamtwerk aus Video und Musik.

Aber nochmal; vielen Dank für deinen Eindruck, ich nehms mir zu Herzen, auch wenn ich glaube, dass ich noch nicht so weit bin, um die großen Überraschungen in die Musikwelt einzubauen. Aber kann ja noch werden. (Nächstes Cover ist dann Geralts Thema mit 80er FM Synthie Sound wie in Stranger Things... danach möchte ich nichts mehr von fehlendem Mut hören! 😄)
 

ROH

Ryan
Hmm, Wapiti Geheule.... kommt in die Sammlung! 👍
Wüsstest du vllt wie der gute Ludwig Göransson diesen ikonischen Sound zu Beginn des Mandalorian Themas gebastelt hat (nicht die Bass Flöte)? Wo wir nämlich grade bei Gefühlswelten sind, in mir flammt dabei immer das Gefühl einer Anlehnung an Morricones Hyänengeheul auf. Obwohl es komplett anders klingt. Ich wüsste zu gern, was das ist...!

Die sind super, ne? Ich hab ne Schwester die kann voll das Wapiti sein. Also wenn du nen "weiblichen Menschen" zur Verfügung hast.^^
Wenn die richtig hoch "kreischen" und bewusst ganz "schrill". Frauen können das tatsächlich imitieren. Ich frag mich seitdem, ernsthaft ob dass tatsächlich funktionieren würde in der Natur. Weil ich mach auch nebenher was in der Verhaltensforschung & akkustisch kannst du gerade Raubtiere überhaupt nicht
beeindrucken. Aber was du machen kannst (theoretisch) ist einen Sound zu produzieren den die nicht kennen & damit dazu kriegen ihr Vorhaben neu zu kalkulieren, weil sei sich nicht sicher sind was DAS soll (ist das ein Hilferuf? oder ist das mächtiger als ich dachte? etc.).
Soweit die Theorie. Also einfach Kreischen funktioniert nicht. Du musst schon in die Wapiti-Region.
Weil wenn man mal biologisch daran geht - wieso haben gerade Frauen höhere Stimmen als Männer?
Und die einzige Logik - weil Jungs&Mädchen sind ja auch höher - ist weil hohe Stimmen klarer wahrgenommen werden als tiefe. Das heißt wenn die anschlagen und damit "um Hilfe" rufen - hörst du das perfekt. Und weibchen haben in der Regel ein Baby. Das heißt die sind nicht 100% einsatzfähig einen Leoparden weg zu boxen. Ansonsten ist das biologisch kein Vorteil warum Mädchen (bin Kölner: Also hier Frauen) höhere Stimmen haben als Jungs (aka Männer).
Der biologische Sinn und Zweck ist ganz klar um gehört zu werden von der eigenen Art. Aber ich frag mich halt auch - ob man das auch offensiv einsetzten kann. Einfach um "steinzeitlich" zu verwirren. Weil auf nem höheren Zivilisationsniveau - machen wir das auch. Gerade wir Germanen (in der Eisenzeit).
Wir haben relativ viel mit akkustik gemacht im Krieg (Eisenzeit). Und aus irgendwas wird sich das entwickelt haben.
Daher wenn du villeicht TotalWar kennst - daher kommen die "kreischenden germanischen Frauen" als Einheit. Ist natürlich totaler Nonsense und basiert auf ner Fehlübersetzung aus dem Latein + Interpretation. Die Römer haben nur geschrieben - dass die Frauen am Schlachtfeld stehen und du daher - natürlich Frauenrufe hast (wie heute im Fußballstadion). Und nur DAS - das du Frauenstimmen (und auch Kinderstimmen) an nem Schlachtfeld hast - DAS haben die Römer bemerkt. Und das wird dann wortwörtlich mit "Kreischen" übersetz aus Latein, was die meinen sind das - was du in jedem Fußballstadion hören kannst. Haben wir das auch mal in zwei Sätzen geklärt^^ für den historisch interessierten germanophilen Menschen, der mit Sicherheit hier reinguckt.^^
Aber "ja" - Frauen können einen Wapiti imitieren - nur nicht vielleicht vom Volumen.^^ Kann billiger sein - als nach Russland oder Amerika zu fahren.^^
Und sie können es genau so machen wie du es brauchst.^^

Ich hab das mal gehört - wenn du nicht die Drums meinst - dann würde ich vermuzten, dass das ein Close-Kontakt Mic SFX ist - sowas kriegst du wenn du Nahffeld-Mikros (?) an elektronische Geräte hällst. Das klingt auf jeden Fall "genau so" - also Elektizität. Ich vermute aber schwer das ist ein Synthe.
Bin nicht so der Synthe-Fan - aber immer mal wenn ich das SFX-Technisch brauche - und ich hab nix an Libs da - da hab ich Synthe Modulator BLAH irgendsowas - die gehen schon voll in die Richtung. Daher würde ich vermuten, wenn das kein SFX ist - dann würde ich auf Synthe tippen.
Aber wissen tue ich es nicht. Ist jetzt ne reine Vermutung. Aber das klingt genau so bzw. so nen Sound kannst du so kriegen via elektrische Spannung.
Aber ich vermtue - jetzt eher weil Komponisten eher so arbeiten, dass das auch ein Musikinstrument ist. Auch wenn es so Dinger sind - wie Cymbals unter Wasser (die hat er da auch drin, hab ich gelesen). Aber vom Klang her der Frequenz her - gibt es so Synthe-Dinger, die können das.
Daher vermute ich eher - dass das ein Synthe ist - ES SEI DENN - das ist seine StarWars-Referenz zu Burtt (Lichtschwerter auch mit mit Mikro an den Fernseher). Das er deswegen auch eine elektrische Spannung wie ein Bram benutzt. Aber keine Ahnung - ich hab da von ihm selbst nix gehört und jetzt auch nicht die Lust mir 39203920 Interviews zu geben.^^

Aber nochmal; vielen Dank für deinen Eindruck, ich nehms mir zu Herzen, auch wenn ich glaube, dass ich noch nicht so weit bin, um die großen Überraschungen in die Musikwelt einzubauen. Aber kann ja noch werden. (Nächstes Cover ist dann Geralts Thema mit 80er FM Synthie Sound wie in Stranger Things... danach möchte ich nichts mehr von fehlendem Mut hören! 😄)

Lol... ja, bitte... ^^
 

Hausbar

Ein Käffchen geht noch...
Schöner historisch, anthropologischer Abriss über das Verhältnis von Wapiti Rufen zu den Wurzeln des frühmenschlischen Stimmeinsatzes. Danke dafür! 😄

wenn du nicht die Drums meinst - dann würde ich vermuzten, dass das ein Close-Kontakt Mic SFX ist
Selbstredend meine ich nicht die Drums. 😉

Wenn ich mir das Synthesizer "Board" ( das ist einfach mal ne ganze Wand!) vom Göransson in dem Behind the Scenes Video zum Sound der Mandalorian Serie anschaue, glaube ich, da steckt die Antwort. Trotzdem interessanter Gedanke bezüglich Mic. Das klingt tatsächlich in etwa ähnlich. 👍
 
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