Monologe zum üben

Ernszt Dubitzky

alias Maik Alwin
Sprechprobe
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Gerade für Sprechproben ist es Anfangs gar nicht so leicht, geeignete Texte zu finden - fand ich zumindest. Damals habe ich angefangen, Monologe aus Filmen zu sammeln. Aber vielleicht kennt ja auch der ein oder andere was aus dem Theater oder einem anderen Medium...?

Jedenfalls wollte ich ganz unverblümt vorschlagen, solche zu sammeln und hier für die interessierte Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Hier mal ein paar zum Einstieg

Sag ja zum Leben, sag ja zum Job, sag ja zur Karriere, sag ja zur Familie. Sag ja zu einem pervers großen Fernseher. Sag ja zu Waschmaschinen, Autos, CD-Playern und elektrischen Dosenöffnern. Sag ja zur Gesundheit, niedrigem Cholesterinspiegel und Zahnzusatzversicherung. Sag ja zur Bausparkasse, sag ja zur ersten Eigentumswohnung, sag ja zu den richtigen Freunden. Sag ja zur Freizeitkleidung mit passenden Koffern, sag ja zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in hunderten von Scheiß-Stoffen. Sag ja zu Do-it-yourself und dazu, auf Deiner Couch zu hocken und Dir hirnlähmende Gameshows reinzuziehen, und Dich dabei mit Scheiß Junk-Frass vollzustopfen. Sag ja dazu, am Schluss vor Dich hinzuverwesen, Dich in einer elenden Bruchbude vollzupissen und den missratenen Ego-Ratten von Kindern, die Du gezeugt hast, damit sie Dich ersetzen, nur noch peinlich zu sein. Sag ja zur Zukunft, sag ja zum Leben. Aber warum sollte ich das machen? Ich habe zum ja sagen nein gesagt. Die Gründe? Es gibt keine Gründe. Wer braucht Gründe, wenn man Heroin hat?

Napalm mein Junge, es gibt nichts auf der Welt, das so riecht wie Napalm. Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen. Weißt du, einmal haben wir einen Hügel bombardiert, zwölf Stunden lang. Als alles vorbei war, lief ich herauf. Nicht eine einzige stinkende Vietnamesen-Leiche haben wir dort gefunden. Das war ein Geruch - der ganze Hügel, ja, wie roch er? Wie nach Sieg roch er.

Ich weiß genau was du denkst. Sind da nun 5 oder 6 Schüsse raus. Ich muß zugeben, das ich selber nicht mitgezählt habe. Das ist eine 44er Magnum, der Ballermann ist ausserordentlich gefährlich, nun frag dich doch mal, ob du einen Glückskind bist!

Sie können die Wahrheit doch gar nicht vertragen. Junge, wir leben in einer Welt voller Mauern und diese Mauern müssen von Männern mit Gewehren beschützt werden. Und wer soll das tun? Sie ? Ich trage eine größere Verantwortung, als es für Sie überhaupt vorstellbar ist. Sie weinen um Santiago und Sie verfluchen die Marines. Sie genießen den Luxus, sie genießen den Luxus nicht zu wissen, was ich weiß: dass Santiagos Tod zwar tragisch ist, aber wahrscheinlich Leben gerettet hat, und dass meine Existenz, obwohl sie Ihnen grotesk vorkommt und unverständlich ist, Leben rettet. Sie wollen das nicht wahrhaben, denn tief in Ihrem Inneren, doch das sagen Sie nicht auf Parties, wollen Sie, dass ich an dieser Mauer stehe, Sie brauchen mich an dieser Mauer. Wir stehen zu Worten wie Ehre, Codex, Loyalität. Für uns sind diese Worte die Plattform eines Lebens, das wir leben, um etwas zu verteidigen, für Sie sind das nur Sprüche. Ich habe weder die Zeit noch das Bedürfnis, mich hier zu verantworten, vor einem Mann, der unter die Decke jener Freiheit schlüpft, die ich den Menschen täglich gebe und der dann die Art anzweifelt, wie ich das mache. Ich würde es vorziehen, wenn Sie nur Danke sagen und dann weitergehen würden. Andernfalls schlage ich vor, dass Sie eine Waffe in die Hand nehmen und die Wache übernehmen. Auf jeden Fall ist es mir vollkommen egal, was Sie denken, wozu Sie ein Recht haben.

Donny war ein guter Bowler und ein guter Mensch. Er war...er war einer von uns. Er war ein Mann, der die Natur liebte...und das bowlen. Und als Surfer hat er sämtliche Strände Südkaliforniens von La Jolla bis Leo Crio erforscht, sogar rauf bis Pismo. Er starb...er starb so wie viel junge Männer seiner Generation vor seiner Zeit. In deiner göttlichen Weisheit hast du ihn zu dir genommen, so wie die anderen jungen Männer in der Blüte ihres Lebens. In Khe Shan und Lan Doc, in Hill 364. Diese jungen Männer gaben ihr Leben...so auch Donny. Donny, der das bowlen liebte. Und jetzt...Theodore Donald Karabotsos...genau so wie es dein letzter Wunsch gewesen ist - jedenfalls vermuten wir das - übergeben wir nun deine sterblichen Überreste dem Schoß des Pazifischen Ozeans, welchen du immer so geliebt hast. Gute Nacht, süßer Prinz.

Frauen, wer hat sie erschaffen? Diese herrlichen Wesen... Gott muss ein verdammtes Genie sein... Ihre Haare, die Haare sind das Wichtigste weißt du. Hast du jemals deine Nase in ein Meer von Locken getaucht? Das ist als würdest du ewig darin schlafen wollen...oder ihre Lippen... wenn du sie das erste mal auf deinen fühlst ist das so wie der erste Schluck Wein nach einem langen Gang durch die Wüste...Titten...Huhaa...Manche sind groß andere klein...Brustwarzen die dich unentwegt anstarren als wären sie kleine Scheinwerfer...Und die Beine... mir ist es egal ob sie so schön sind wie bei einer griechischen Statue oder dicke Kartoffelstampfer, denn dazwischen... liegt der Weg ins Paradies... Ich brauch nen Drink.

Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet. Gigantische Schiffe, die brannten, draußen vor der Schulter des Orion. Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkel, nahe dem Thannhäuser-Tor. All diese Momente werden verloren sein... in der Zeit, so wie... Tränen im Regen.
 

sabbanich

Member
AW: Monologe zum üben

Coole idee, mir fiel es anfangs immer schwer gute monologe zu finden ich hab hier noch nen paar :


der erste ist natürlich ein klassiker
Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage:
Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern
Des wütenden Geschicks erdulden oder,
Sich waffnend gegen eine See von Plagen,
Durch Widerstand sie enden? Sterben – schlafen –

Nichts weiter! Und zu wissen, daß ein Schlaf
Das Herzweh und die tausend Stöße endet,
Die unsers Fleisches Erbteil, ’s ist ein Ziel,
Aufs innigste zu wünschen. Sterben – schlafen –
Schlafen! Vielleicht auch träumen! Ja, da liegts:

Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen,
Wenn wir die irdische Verstrickung lösten,
Das zwingt uns stillzustehn. Das ist die Rücksicht,
Die Elend läßt zu hohen Jahren kommen.
Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel,

Des Mächtigen Druck, des Stolzen Mißhandlungen,
Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub,
Den Übermut der Ämter und die Schmach,
Die Unwert schweigendem Verdienst erweist,
Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte

Mit einer Nadel bloß? Wer trüge Lasten
Und stöhnt’ und schwitzte unter Lebensmüh?
Nur daß die Furcht vor etwas nach dem Tod,
Das unentdeckte Land, von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt, den Willen irrt,

Daß wir die Übel, die wir haben, lieber
Ertragen als zu unbekannten fliehn.
So macht Bewußtsein Feige aus uns allen;
Der angebornen Farbe der Entschließung
Wird des Gedankens Blässe angekränkelt;

Und Unternehmen, hochgezielt und wertvoll,
Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt,
Verlieren so der Handlung Namen. – Still!
Die reizende Ophelia! – Nymphe, schließ
In dein Gebet all meine Sünden ein!



oder
Ich liege hilflos in meinem Bett. Alleine. Der erste dem ich ins Gesicht blicken konnte, außer den Angestellten des Krankenhauses, nach meiner Opperation war Lucius. Und was war der Grund für den Besuch? Meine Entlassung. Ich muss zugeben ich bin schon alt, krank und vor kurzem hing mein Leben an einem Seidenfaden. Meine Zukunft schwankte zwischen Leben und Tod. Es war unklar, ob ich die Ungerechtigkeiten der Welt wenigsten ein Stück weiter abschaffen könnte oder es Schluss war. Gott wollte es so. Nun bin ich hier, der der mal ein Komissär gewesen. Röthlisberger ist es also, der mich vertritt. Ich wusste, dass es bald kommen muss, mein Ruhestand… Röthlisberger kommt an meinen Platz. Er wird mich ersetzen. Er ist nicht wie ich, doch er wird es schaffen. Er und seine Familie benötigen das Geld. Fünf Kinder… Er wird es Lutz danken. Ich gönne ihm meinen… Es ist nicht mehr mein Platz, ich bin einst Komissär gewesen!
Einmal Komissär, immer Komissär. Ich muss mir eingestehen, dass ich nie aufhören werde, zu rescherschieren. Zumindest für mich! Wieso eigentlich?! Warum kann ich den Ruhestand wie ein Jeder nicht einfach entgegen nehmen und mich auf Anderes konzentrieren. Vielleicht ist es auch einfach die Neugier, die mich immer wieder packt!? Ob es ihm wohl leicht fiel, mir das zusagen, was mich hätte zu tiefst enttäuschen können? - Ich jedoch war mental darauf vorbereitet- das hat mir die Überraschung erspart. Ich denke nicht, dass es ein „Kinderspiel“ war… Das hoffe ich hoffe ich zumindest mal! Blatter sagt, dass ich vermisst werde… Ich werde gebraucht! Weshalb gibt es überall Gewalt auf dieser Welt? Ob kleine Sünde oder große, die Gesellschaft schwerwiegend unterscheidet, jedoch kommt bei jedem Verbrechen dasselbe dabei heraus...
Ich wäre noch in der Lage, meine… Ich hätte meine Dienste noch weiterführen können… Aber das ist ja nicht von großer Bedeutung für mich! Meine „Sanduhr“ läuft die allmählich vielleicht schon ab? Aber es scheint mir besser zu gehen?! Denke nicht an so etwas Bärlach, denke nicht an so etwas...! Mir geht’s ja wieder ganz gut und das soll vorerst auch so bleiben.
 
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